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Das Hulloch bei Diethharz

Nahe bei Diethharz liegt oben an der Bergwand linker Hand, wenn man durch das enge Wiesenthal in der Richtung nach dem Falkenstein zugeht, über dem Martersbach eine in den Fels geräumig eingehende, wie ein Scheunthor sich aufwölbende Grotte, das Hülloch genannt, das einige mit Unrecht Hünenloch nennen und schreiben. Dahinein, so wird erzählt, flüchteten und bargen sich vor Alters in schlimmen Kriegszeiten, wo Dietharz und Tambach oft und grausam heimgesucht worden sind, viele Einwohner und machten den ohnedieß steil gelegenen Zufluchtsort ganz unzugänglich. Weil aber bei den Geflüchteten ob ihrer Noth und Bedrängniß viel Geheul und Geschrei war, in der Volkssprache Gehül und Geschrie, so wurde der Felshöhle der Name Hül - Loch (Heul - Loch) beigelegt, den sie noch bis heute führt; auf jene erlittenen Drangsale bezieht sich vielleicht auch noch der Name des unter dem Hülloch vorbeifließenden Baches. Von Hünen wissen die Einwohner nichts zu sagen, obwohl ohnweit der hohen Leiten und dem Rosengarten drei Hühnberge, der vordere, mittlere und hintere, liegen.

Quellen: