<<< zurück | Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde I | weiter >>>
R. Scharnweber und O. Jungrichter: Sagen, Anekdoten und Schnurren aus dem Kreise Luckau N.-L., Berlin 1933
Drexels Vater ist spät abends von Ölsig gekommen und als er an den Winkel kam, wo es nach Nexdorf und nach Buckowien geht, da steht auf einmal ein Kalb vor ihm auf dem Wege. Er will es haschen, aber da springt es an die Seite und stöft nach ihm. Wie er nun seinen Gehstock hebt und ihm eins geben will, da hebt es den Kopf und hat ganz glühende Augen und er erschrak sich, und da springt ihm das Kalb auf und er rennt und das Kalb ist immer halb auf ihm und er könnte nicht schreien. Bis er an die Ziegelei kommt, war er halbtot. Da krähte ein Hahn und er war den Spuk los. Er lag tagelang kaputt und hat nicht mehr die anderen ausgelacht, die das Kalb schon vorher gesehen hatten.
Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 1991. Nr. 15