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Ritter von Pack in Finsterwalde

Im 15. Jahrhundert hatte die Burg Finsterwalde durch die Raubzüge ihrer Ritter einen üblen Klang. Die aufeinanderfolgenden Geschlechter von Gorenz1), von Holzendorf und von Pack wurden wegen ihrer maßlosen Plünderung von den Landvögten zur strengen Rechenschaft gezogen. Von Hans von Pack weiß die Sage mancherlei Grausamkeiten zu berichten. Seine Gemahlin Ilse lies er wegen angeblicher ehelicher Untreue in ein mit spitzen Nägeln ausgeschlagenes Faß stecken und von der Einfahrt zum Hinterschloß in den tiefen Sumpf rollen, wo sie unter kläglichem Geschrei elend umkam. Aber die Reue quälte Hans von Pack, sie lies ihm keine Ruhe mehr im Schloß. Auf Schritt und Tritt erschien ihm das Gesicht seiner Frau vor Augen. Um sich des Bildes für immer zu entledigen, verkaufte er sein Schloß an Kurfürst Friedrich von Sachsen. Er irrte plan- und ruhelos in der Niederlausitz umher, bis sich endlich seine Verwandten in Cottbus seiner arbarmten und ihm bis zu seinem Lebensende Unterkunft gewährten.

Quelle: Robert Scharnweber & Otto Jungrichter: Sagen, Anekdoten und Schnurren aus dem Kreise Luckau N.-L., Berlin 1933


1)
Anmerkung Sagenwiki: Im 14. und frühen 15. Jahrhundert soll die Burg Sitz eines Raubritters namens von Gorenzen gewesen sein, der von hier aus die Reisenden auf den Handelswegen der Umgebung überfiel. Quelle: Wikipedia