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Der Ursprung der Carlowitze

  M. II, Nr. 1207; 
  Gräße, Bd. II, Nr. 723; 
  S. Grosser, Lausitzer Denkw,, Bd. III, S. 44; 
  Haupt, Bd. II, S. 27

Das Geschlecht derer von Carlowitz hat mehrere Ursprungssagen. Nach der einen war der Ahnherr des großen Kaisers Karl vornehmster Rat und wurde von diesem zu den wichtigsten Geschäften gebraucht, namentlich in den Kriegen gegen die Slawen, weshalb ihm diese den Namen beilegten, der soviel bedeutet als: Karls Licht.

Eine andere Sage läßt die Herren von Carlowitz aus königlich französischem Geblüt entspringen. König Ludwig VIII. von Frankreich1) hatte einen Sohn, Karl I., welcher 1266 König von Neapel und Sizilien ward, Karl II., des ersten Sohn und Nachfolger, hinterließ sechs Söhne, von denen der jüngste, Johann, die Mechtilde, Prinzessin von Achaja, heiratete und durch sie Herzog von Durazzo ward. Ein Enkel dieses Herzogs Johann2) mit dem Beinamen Horwat gelangte zur Würde eines Banus oder Statthalters von Kroatien und brachte es dahin, daß nach König Ludwigs Tode die Ungarn seinem Bruder Karl dem Kleinen, König von Neapel3), im Jahre 1386 die Krone antrugen und aufsetzten. Allein dieser wurde sehr bald auf Veranstaltung der Witwe König Ludwigs und ihrer Tochter Maria ermordet.

Da entbrannte Johann Horwat von tödlichem Hasse, ließ die Königin nebst der Prinzessin auf der Straße überfallen, ihr Geleit niederhauen und sie selbst an den Haaren fortschleppen. Elisabeth4) ersäufte er im Flusse Bozota, und Maria5) wurde in das Gefängnis geworfen, jedoch bald wieder entlassen, da ihr Bräutigam, der nachmalige |Kaiser Sigismund, mit einem Heere heranzog, um sie zu befreien. Obwohl sie eidlich hatte geloben müssen, sich an Johann Horwat nicht zu rächen, so ruhte sie nicht, als bis Sigismund ihn in Possega und Dobor belagern, gefangen nehmen und in Stücke hauen ließ. Johann Horwat hatte einen Sohn Karl, dem der Kaiser Verzeihung angedeihen ließ und den er mit mehreren Gütern in Kroatien und Slavonien beschenkte. Dort baute er zwischen Scherwich und Griechisch-Weißenburg ein Schloß, das er Carlowitz nannte.

Die Bulgaren singen noch ein Lied von Marco Carlowiczo, welcher mit seinen ritterlichen Genossen sich lange Zeit in einem festen Schlosse gegen die Türken gehalten, bis er der Übermacht erlegen. Seinen Tod rächte ein treuer Diener an dem Sultan Murad I., indem er ihn erstach, während dieser ihm den Fuß zum Kusse reichte.

Quellen:


2)
Anmerkung Sagenwiki: Johann von Durazzo (Wikipedia)
3)
Anmerkung Sagenwiki: Karl der Kleine (Wikipedia)
5)
Anmerkung Sagenwiki: Maria von Ungarn (Wikipedia)