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Die wilde Berta kommt

  Crusii annal. suev. p. I. lib. XII. c. 6. p. 339 
  p. II. I. VIII. c. 7. p. 266.
  Flögel, Gesch. des Grotesken, S. 23
  (Grimm. I, 358, 268.)

In Schwaben, Franken und Thüringen ruft man halsstarrigen Kindern zu: „Schweig oder die wilde Berta kommt!„ Andere nennen sie Bildabertha, Hildabertha, auch wohl die eiserne Bertha. Sie erscheint als eine wilde Frau mit zornigen Haaren und besudelt dem Mädchen, das den lezten Tag im Jahre seinen Flachs nicht abspinnt, den Rocken. Viele Leute essen diesen Tag Klöße und Hering. Sonst, behaupten sie, käme die Perchta oder Prechta, schnitte ihnen den Bauch auf, nähme das Erstgenossene heraus und thue ihnen Häderling hinein. Dann nähe sie mit einem Pflugschar statt der Nadel und mit einer Röhmkette statt des Zwirns den Schnitt wieder zu.

Quellen: