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Thuringia. 1842. S. 781
Das neue Schloss in Sangerhausen, jetzt Lokal für das königl. Land- und Stadtgericht, das Steuer- und Rentamt, wurde um das Jahr 1736 vom letzten Herzoge von Sachsen-Weissenfels, Christian II. erbaut. Das Geld zu diesem Baue soll ein Nachkomme des wackern Triller vorgeschossen und es selbst von Zeit zu Zeit in einem Kober gebracht haben. Dafür stellte man ihm zum Gedächtniss, der auch die so genannte Trillerei in der Rittergasse erbaut hat, auf der Haupttreppe im Innern des Schlosses feine in Stein gehauene Statue, aber im kleinen Massstabe, mit dem Kober auf.
Eines Tages kam ein Bauer in das Schloss. Er sah das kleine Männchen, zupfte es an einem Ohr und sprach: „ ei, ei, Männchen, wo willst du mit dem Kober hin? Er ist ja grösser als du. „ Da erhob das Männchen seine steinerne Hand und gab dem Bauer einen so gewaltigen Schlag auf den Kopf, dass er niedersant und bald darauf seinen Geist aufgab.
Seit diesem Vorfall war das Männchen sicher vor jeder Spötterei und Neckerei. Alte Leute erinnern sich noch, dass sie in ihren Kinderjahren aus Furcht vor einer solchen Ohrfeige dem Männchen nie zu nahe gekommen sind, noch weniger ein neckendes Wort sich erlaubt haben.
Quellen: