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Der Michelsberg hieß ehedem Gudinsberg oder nach anderen Wudinsberg. Der Bischof Theoderich wollte auf diesem altheiligen Platz eine Festung, ein Kastell anlegen, was jedoch nach dem allgemeinen Volksglauben nicht erlaubt war. Da es dennoch geschah, so flog der Erzengel mit ausgebreiteten Flügeln hinweg von dem Ort. Auch sah man, wie das Kästchen mit den Reliquien über den Stromberg hin durch die Luft fortgeführt wurde. Das Kastell aber fiel zusammen, noch ehe die Mauern fertig waren.
Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852