<<< vorherige Sage | Kapitel 12 | nächste Sage >>>

Das Hufeisen an der Liebfrauenkirche

  Eine mündliche Überlieferung aus Hirschau

Einst fuhr ein vornehmer Herr mit vier Pferden an der Kapelle vorbei, die zwischen Tübingen und Hirschau hart an der Straße liegt, und verspottete das Muttergottesbild. Da konnte er plötzlich mit seinem Wagen nicht von der Stelle kommen, wie sehr er die Pferde auch antreiben mochte. Endlich holte man einen Priester. Der legte ihm als Buße auf, jedem Pferd das vordere rechte Huf­eisen abzureißen. Nachdem er dies getan hatte, konnte er weiterfahren. Zum Andenken aber an dieses Wunder nagelte man ein Hufeisen an die Kirchtür, welches noch jetzt dort zu sehen ist.

Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852