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Man findet an gewissen Stellen auf Bergen runde, gewundene Steine, die aussehen wie ein strahlendes Gesicht und die man Sonnensteine nennt (eine Art von Ammoniten). Zuweilen sind sie auch länglich, aber das runde strahlende Gesicht fehlt nie. Man sagt, die Sonne habe ihr eigenes Bild diesen Steinen eingebrannt. Sie sollen Gold enthalten, weshalb man sie häufig zerschlägt.
In Schlat nennt man diese Steine mit dem Bild eines Menschengesichts Sonne oder Mond. Sie haben oft goldgelbe Augen, die man als »Goldmucken« bezeichnet.
In Owen erzählt man, die Sonnensteine seien dadurch entstanden, dass ein Riese seinen »Kopf« darauf hingestoßen habe.
Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852