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Mausöhrle

  Eine mündliche Überlieferung aus Derendingen

Die sogenannten »Mausöhrle« (gnaphicum dioicum) werden am Himmelfahrtsmorgen gesammelt, in Kränze gebunden und schützen das Haus vor dem Einschlagen des Blitzes.

Wenn man ferner solche Mausöhrle an einem Freitag, wo Vollmond ist, oder an einem doppelten Sonntag (wenn auf den Sonntag zugleich ein Feiertag fällt) vor Sonnenaufgang mit Kraut und Wurzeln aus der Erde gräbt und in einem weißen Tuch auf dem bloßen Leib trägt, so ist man dadurch stich- und kugelfest.

Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852