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Eine mündliche Überlieferung aus Neubulach
Zum Lammwirt Friederle in Neubulach kamen bei Nacht immer zwei Erdmännle oder Bergmännle und backten ihm das Brot. Er brauchte abends nur das Mehl hinzustellen, so war am anderen Morgen das Brot fertig. Da belauschte er einstmals die Erdmännle bei ihrer Arbeit und sah, dass sie ganz nackt waren und große Augen hatten. Ihre Hautfarbe aber war schwarz wie die eines Mohren. Dem Lammwirt tat das leid und er ließ zwei Kleider für sie machen und legte ihnen dieselben auf die Backmulde. Am folgenden Morgen waren die Kleider zwar fort, die Erdmännle aber auch und kamen nie wieder. Er hatte sie »ausgezahlt«, was sie nicht leiden konnten, denn sie wollten ihre Dienste umsonst tun.
Damals, als die Erdmännle »herrschten«, sah es noch besser aus in der Welt als jetzt.
Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852