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Einst waren zwei Wanderburschen in einer Schenke eingekehrt. Es war Schlafenszeit. Die Wirtin bereitete noch eine Schüssel voll Eingebrocktes - das ist Bier mit eingebrocktem Brot - für den Kobold, der nachts immer kam, um das Wirtshaus zu Säubern. Dann gingen alle zur Ruhe. Die beiden Fremdlinge streckten sich auf den Bänken in der Stube aus. Weil der eine aber noch hungrig war, stand er nochmals auf und löffelte die Schüssel leer. Dann legte er sich wieder hin. Als alle eingeschlafen waren, kam der Kobold, um seine Arbeit zu verrichten. An der Schlafbank angelangt, legte er den einen der beiden ganz vorsichtig auf den Fußboden, den anderen aber, der ihm die Biersuppe weggegessen hatte, warf er mit Gewalt auf die Erde.
Quelle: Erich Krawc, „Sagen der Lausitz“, Domowina Verlag 1962;