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Der Feuermann bei Purschwitz

Im Napoleonischen Krieg wurde die Purschwitzer Kirche von einem Soldaten angezündet und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Da gerade Westwind herrschte, sprang das Feuer auf das Dorf über und legte alles bis auf ein abseits stehendes Haus in Asche.

Der Soldat, der die Untat vollbrachte, fiel auf der Straße, die von Bautzen nach Weißenberg führt, zwischen Neupurschwitz und Wurschen bei Biebrachs Teichen. Doch nach seinem Tode fand er keine Ruhe, sondern mußte als Feuermann umherirren.

Ein Mann aus Kumschütz ging einst von Belgern nach Drehsa. Unterhalb der Belgerner Schanze stand plötzlich der Feuermann auf einem Feld. Er war ihm ganz nahe, aber unser Kumschützer, der nicht gerade zu den Furchtsamen gehörte, ging seines Weges weiter, während der Feuermann immer gleichen Abstand hielt. Es war noch nicht spät am Abend, letzte Dämmerung lag noch auf der Erde. So konnte sich der mutige Mann den Feuermann genau besehen. Er war mit ihm gleicher Größe, und nur die obere Hälfte brannte feurig, während der untere Teil kohlschwarz anzuschauen war. Die Begleitung dauerte etwa 10 Minuten, dann verlor sich die Erscheinung.

Quelle: Erich Krawc, „Sagen der Lausitz“, Domowina Verlag 1962;