In Burg ist noch viel von dem Hexenmeister Urbens die Rede, welcher zu Ende des vorigen Jahrhunderts (18. Jh.) dort gelebt hat. Eines Tages, so erzählt man, war Urbens in der großen Schänke, als mehrere Bauern, welche auch dort waren, von der Jagd sprachen und erzählten, was sie alles geschossen hatten. Urbens aber sagte: Ihr müsst erst alle ordentlich schießen lernen. Ihr könnt noch nicht schießen. Seht mal, dort steht ein großer Hirsch, schießt doch einmal den nieder!“ Erstaunt sahen alle zum Fenster hinaus. Im Garten, dicht vor dem Fenster stand wirklich ein großer Hirsch, welcher sich schweißtriefend schüttelte. Aber keiner von den Bauern wollte danach schießen, denn sie merkten, daß hier nicht alles richtig sei. „Und hier, seht diesen Krebs“, rief Urbens, „fangt ihn doch!“ „Wo ist denn ein Krebs?“, riefen alle. Urbens wies auf die Wand. Die Bauern sahen hin: Richtig, da kroch ein großer Krebs. Voll Angst liefen die Bauern aus der Schänke und ließen Urbens allein. Draußen sagten sie: „Das war wieder mal richtig Teufelsblendwerk, zu dem Urbens gehen wir nicht wieder.“
Quellen: Aufgespürt und aufgeschrieben vom Radduscher Ortschronisten Manfred Kliche; Vettschauer Mitteilungsblatt 09/2020 (Jahrgang 30, Nr. 9)