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Die Dörfer im Laubacher Wald

Wo jetzt nichts als Wald ist, zwischen Schotten und Laubach, da lagen ehedem sieben Dörfer, die sind verschwunden. Sie wurden vor Zeiten von einem raubgierigen Grafen von Solms in einer einzigen Nacht in Asche gelegt. Auch Freienseen sollte dieses Schicksal haben, doch zum Glück ging es stark auf den Morgen los und ein bellender Hund verscheuchte ihn. Damals stand von Laubach nichts als das Schloss und eine einzige Mühle. Die armen abgebrannten Leute aber wurden gezwungen, sich nun in Laubach anzusiedeln und des Grafen Dienstmannen zu sein. Er nahm aber auch ein böses Ende. Es fraßen ihn zur Strafe seiner Untat die Maden bei lebendigem Leibe.

Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873