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Die Ruinen der stumpfen Kirche unter Burkhards beherbergen einen Kessel voll Geld, welchen einmal mehrere Leute aus dem genannten Ort fast erlangt hätten, wenn sie klug genug gewesen wären. Als sie nämlich drauf und dran waren, ihn heraufzubringen, machte ihnen der Teufel ein Blendwerk vor mit einem Galgen, der plötzlich über ihnen stand. Daneben sahen sie den Henker mit blutrotem Kleid und bloßem, blitzendem Schwert.
Allein sie ließen sich nicht irre machen und gruben weiter.
Da kam der Teufel aber selbst angeritten auf einem großen, zottigen Bock und schrie dem Henker schon von Weitem zu: »Henk mir den mit der roten Pelzkappe.«
»Warum soll ich denn dran?«, antwortete in Bestürzung einer der Männer, und Galgen, Henker, Teufel, aber auch der Kessel mit dem Gelb waren weg. Das sank nun wieder ein Haus hoch tiefer, als es gelegen hatte. Den Henkel sollen sie übrigens behalten haben. Er ist noch in einem Haus unter altem Gerät verborgen.
Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873