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Wenn man von Bersrod nach Beuern geht, kommt man am Hundsborn vorüber. Nicht weit davon sah einmal ein Weibsbild, das auf dem Feld heimkehrte, einen eisernen Kroppen mit drei Beinen stehen, der über und über von lauter kleinen jungen Grasfröschen voll war. Das dünkte der Person denn anfangs gar ein sonderbares Ding zu sein. Sie schaute sich eine Weile das merkwürdige Gekrabbel in dem altmodischen Gerät verwundert an. Endlich dachte sie: Schmeiß das unnütze Gezeug fort und nimm dir den Kroppen, der doch keinen Herrn hat, mit. Vielleicht kannst du ihn in deiner Küche gebrauchen! So schüttete sie den Butzen (Haufen) Frösche auf den Weg, schleppte das alte Werk nach Hause und stellte es neben ihr Aschenloch. Am nächsten Morgen wollte sie dasselbe reinigen, um etwas darin zu kochen. Da rappelte etwas unten am Boden. Sie griff es eilig auf und besah es genau. Siehe, da war es ein alter abgeschliffener Goldgulden. Nun erst ging ihr ein Licht auf, wie schlecht sie gegen sich selbst gewesen war, allein, sie mochte sich hinter den Ohren kratzen, soviel sie wollte – weg war weg, und hin war hin, und mit den Fröschen war auch der schöne Schatz für immer ihr fort gehüpft.
Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873