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Auf den Äckern mitteninne zwischen Usenborn und Wenings ist ein Platz, der das Geldloch genannt wird. Einem Usenbörner Mann träumte es, dort sei viel Geld in einem Kessel vergraben. Der Traum wiederholte sich mehrmals und es wurde ihm die ganze Gelegenheit so genau gezeigt, dass er mit noch einigen guten Freunden an einem Tag mit bedecktem Himmel, wo man Schätze heben konnte, hinging, um sein Glück zu probieren. Sie hatten auch schon den Kessel beinahe herausgehoben, als auf einmal einer daherkam, der blutrot angetan war und auf einem schwarzen Geißbock ritt, aber große Kuhklauen an den Füßen hatte.
Der rief mit furchtbarer Stimme: »Der mit dem roten Brustlappen muss jetzt sterben!«
Überdies fiel den Männern das Herz in die Schuhe und sie fingen an zu reden. Gleich fiel ihnen auch der Kessel aus den Händen und mit dem Schatzheben war es nun vorbei.
Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873