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Der Fuhrmann und die Leuchte

Ein Fuhrmann hatte schwer geladen, und verfehlte in einer Nacht, da es dunkel war wie in einer Kuh, den rechten Weg. Auch brach ihm ein Rad an seinem Wagen. In seiner Herzensangst wendete er sich an unseren Herrgott und rief ihn an um seine Hilfe. Auf einmal kam ein schönes Licht daher geflogen, das hielt bei ihm an und leuchtete ihm so hell, dass er den Schaden besehen und ausbessern konnte. Als dies geschehen war, sprach eine Stimme aus dem Licht: »Komm und reich mir deine Hand dar!«

Der Fuhrmann aber merkte Unrat und reichte statt derselben nur seinen Geiselstecken hin. Siehe da, nun erlosch das Licht. Als er sich aber den Geiselstecken betrachtete, war er, soweit er hingereicht war, ganz verkohlt und verbrannt. Meine ich denn, der machte, dass er heim kam! Mit den feurigen Männern ist nicht zu spaßen.

Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873