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Der erlöste feurige Mann

In der Adventszeit wollte ein Bobenhäuser Bauer heimgehen zu später Abendstunde und war gerade vor das Dorf gekommen, als er seitab in einer Furche des Feldes eine feurige Gestalt auf- und abgehen sah, die seufzend einen schweren Grenzstein auf dem Arm trug und einmal über das andere Mal ihm zurief: »Wo soll ich den hin tun?«

Dem Bauer fuhr der Schreck in die Glieder über dieses Gespücknis, und er wagte lange kein Wort zu sagen. Als aber der Geist immer dringender fragte: »Wo soll ich den hin tun?« und ihm in einem fort auf den Fersen nachfolgte, fasste er sich ein Herz und rief:» Nun, so tu ihn hin, wo du ihn hergekriegt hast.«

Da hob die Gestalt gar erfreut an: »Auf dieses Wort habe ich schon seit länger als sechzig Jahren gewartet!« Und verschwand im gleichen Augenblick.

Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873