<<< zurück | V. Riesen, Zwerge, Kobolde, Hausgeister, wilde Frauen | weiter >>>

Der Teufel im Himmerich

Zwischen dem Städtlein Homberg an der Ohm und dem adligen Haus Schweinsberg, gegen die beiden Dörfer Ofleiden hin, heißt der Grund das Himmerich und die Wolnbach. Dort haben sich dabevor Gespenster sehen lassen. Auch sind zu verschieden Zeiten, soweit man darüber Kundschaft hat, große Stücke vom Berg heruntergerutscht und viele Äcker und Wiesen mit Bäumen und Sträuchern untergesunken und von Grund aus umgelegt worden, sodass nun der Platz ganz eben ist. Das hat der böse Feind getan, der hat dort seine Hantierung. Bisweilen sieht man ein frisches Feld umgebrochen, als ob es gerade geackert wäre. Es ist schon lange, dass die Alten sagen: »Im Himmerich fährt der Teufel zu Acker!« und »Ein Sprichwort – ein wahr Wort!« Dabei bleibt es.

Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873