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Ein Bursche von Michelbach blieb im Heumachen über Nacht in einem großen Heuhaufen auf der Wiese. Um Mitternacht wachte er von einem furchtbaren Getöse um ihn her auf. Das kam näher und näher, als ob viele tausend Hörner bliesen, Hunde bellten und Menschen laut und wirr durcheinander tobten. Das Herz im Leibe zitterte ihm, vor Angst kroch er tiefer in den Heuhaufen hinein und wagte kaum Atem zu holen. Es war ihm ordentlich, als ob eine Koppel Hunde um ihn herum jagte und er ihr Schnauben hörte. Am Morgen, als er den Kopf herausstreckte, merkte er, dass der wilde Jäger da gewesen war, denn rings um seine Lagerstätte lag es weiß von den vielen Knochen, welche die Hunde desselben hinterlassen hatten.
Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873