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Im Tälchen unter dem Eschenröder Küppel war ein Bauer noch kurz vor dem Abendläuten mit seinem Vieh draußen, als sich vom Maalsbachgrund her ein wüster Lärm erhob mit Schreien, Pfeifen und Hundebellen und in der Luft gerade auf ihn losfuhr. Das Vieh fing an, unruhig zu werden und zu büßen (durchzugehen). Er erfasste vor jähem Schrecken eine fortspringende Kuh am Schwanze, welche ihn bis vors Dorf schleifte, wo er erst wieder zu sich selbst kam. Er fragte die aus derselben Gegend des Feldes nach Eschenrod heimkehrenden Leute, ob sie auch das wütende Heer gesehen hätten. Aber kein Mensch wollte davon etwas wissen. Es sei so ganz still gewesen weit und breit, sagten sie. Kein Blatt am Baum habe sich geregt.
Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873