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Der König Nimrod war solch ein gewaltiger Jäger, dass er darüber alles vergaß. Als er nun auf dem Abschied lag, galt ihm seine Seligkeit auch nicht einen Pfifferling. Da ihm unser Herrgott die Wahl ließ, ob er in den Himmel zu ihm kommen oder wie sonst seiner Jägerei nachgehen wollte, bedachte er sich nicht lange, sondern griff nach seiner alten Passion. Seitdem ist er mit all seinen Spießgesellen verflucht und fährt um Weihnachten hin allemal mit dem wütenden Heer, unter grausamem Lärmen und Schreien, mit Rossen und Hunden über Wälder und Felder in der Luft um und kann nimmer zur Ruhe gelangen. Darum nennt man ihn auch den Wilden Jäger. Wer es kann, der geht ihm am besten aus dem Weg. Sonst möchte es einem bekommen, wie dem Hund das Gras, man hat dafür Exempel!
Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873