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Auf dem Horst stand früher ein Häuschen, darin haben wilde Leute gewohnt. Oftmals ist auch dort der wilde Jäger gefahren. Mitunter sahen Bauern, die im Feld schafften oder den Berg hinaufgingen, ein kostbares Pferdegeschirr auf einer Hecke hängen, das glänzte in der Sonne, dass es nicht zu sagen war, und doch war nirgends ein Mann, dem das Zeug gehörte. Kamen sie herzu, so war die Hecke und alles fort. Ebenso wurden da auch zwei, mitunter drei Weibsleute gemerkt, mit großen weißen Schürzen, die kamen herab und wuschen oben im Bach, hingen auch ihre Wäsche an derselben Hecke auf. Wollte man sie näher betrachten, so sah man weder von ihnen noch von der Hecke etwas. Andere sagen, in jenem Häuschen hätten Nonnen gewohnt. Wer weiß es nun, wie das alles war!
Quelle: Oberhessisches Sagenbuch, Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald; Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873