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Der Waldgeist, und die Jungfer im »preußischen Holze«

Im Jahre 1785 erzählte der Stiftshauptmann Herr von Arnstedt aus Quedlinburg dem Superintendent Göze auf der Reise nach Ellrich, wie es ihm einmal in der Gegend von Drudenstein und Benneckenstein ergangen sei. Er habe sich mit einem Boten im Holze verspätet. Es sei Nacht geworden, und es sei nicht möglich gewesen, aus dem Holze zu kommen oder einen Weg zu finden. Er habe das Pferd am Zügel genommen und nebst dem Boten den Weg gesucht. Alles vergeblich. Sie hätten sich also entschlossen, im Walde zu übernachten, ein Lager gemacht und das Pferd mit dem Zügel am Arm behalten. Als er etwas eingeschlummert, sei das Pferd scheu geworden, und habe ihm bald den Arm aus dem Gelenke gerissen. Der Bote habe sich überaus kläglich angestellt und geglaubt, es sei um sein Leben geschehen. Endlich sei es etwas Tag geworden; da sie sich dann aufgemacht, und nicht zwanzig Schritte von ihrem Lager den ordentlichen Weg gefunden hätten, den sie in der Finsterniß vorher bei einem zweistündigen Suchen nicht hatten finden können. Der Bote habe von Nichts gesprochen, als daß es hier irre ginge und der Waldgeist sie verführt habe.

Eine Jungfer mit dem Bunde Schlüssel an der Seite hat sich auch oft im »preußischen Holze« bei Hohegeiß sehen lassen. Vielen Leuten hat sie dort geholfen und Gutes erwiesen, nur den Holzhauern hat sie oft geschadet, weil die in dem Holze immer so viel Schande (Lärm) gemacht haben.

Quellen: