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Die Zwerge in Dorste

Bei Dorste zwischen Osterode und Northeim liegt der Hütteberg. Er ist gegen vierzig Fuß hoch, auf ihm liegt Acker und wächst etwas kleines Buschwerk. Dahinter an der linken Seite zieht sich in der Schlucht eine Wiese herauf, der Harenbergsgrund, und unter dem Berge geht der Freifluß der Söse. Neben diesem Berge liegt auch eine Papiermühle und ein großer Garten. In diesem Garten wohnt der Gärtner Steinberg, und dieser will behaupten, – so erzählte mir ein Arbeitsmann aus Dorste – er habe in dem Hütteberge und auch in dem nahen Söseberge noch viele Zwerge gesehen. Dies müssen doch wol nur einzelne Marodeurs gewesen sein: denn schon vor hundert Jahren ist das Heer der kleinen Leute aus Dorste abmarschirt. Bevor die Kinder getauft sind, sind sie auch dort gekommen und haben gewaltig danach getrachtet, sie wegzufangen. Nach der Taufe soll es so schlimm nicht mehr gewesen sein. Auf dem Hütteberg und dem Söseberg sind sie ins Feld gegangen, haben da ihren Kram gehabt und sich ihre Nahrungsmittel fortgeholt. Dabei haben sie gesungen:

Düt is gut, düt is gut,
Dat de Buer dat nich weit (weiß),
Dat de Sunne et Nachts Klocke twölwe upgeit.

Quellen: