<<< zurück | Sagen vom Buntenbock | weiter >>>

Die Molche

Hinter Buntenbock hatte ein Arbeiter eine Eisensteinsgrube. Er hatte aber in dieser Grube immer so viel Molche von gelbem und schwarzem Aussehen, daß er sie in der Karre herausfahren mußte, denn sie krochen ihm sogar auf sein Essen und verdarben es. An einem Feuer schüttete er dann immer seine Karre um und verbrannte die Molche. Am Morgen nach dem Tage, wo er so viele Karren voll verbrannt, fand er noch einige in der Grube, die glänzten so eigen. Und indem er auch die noch ins Feuer tragen wollte, da winkte ihm der Bergmönch; er aber achtete nicht darauf und verbrannte sie. Von nun an arbeitete er im Tauben (ohne Ausbeute). Wäre aber der Arbeiter dem Bergmönch gefolgt, so hätte dieser ihm gewiß etwas offerirt und er hätte sein Glück machen können, denn gewiß sind die Molche eitel Gold gewesen. Die Grube ist von dieser Zeit an ganz in Verfall gerathen, viele Arbeiter waren schon darin und haben keinen Eisenstein mehr gefunden. Sie heißt jetzt die Molchsgrube zum Andenken an diese Begebenheit. Daß die Molche Gold gewesen sind, steht zu vermuthen nach folgender Geschichte.

Es wollte einmal ein Mann seinem Nachbar einen Schabernack anthun, der rapte einen Sack voll Molche ein, die schüttete er über die Thür dem Nachbar auf die Diele, der langte nun bei ihm einen Himpen (ein Getreidemaß) fort, er aber war politisch und machte unten etwas Leim daran, um zu sehen, was der zu messen habe. Wie er den Himpen zurückbekam, sah er, daß es Gold gewesen ist – das sind die Molche gewesen, mit denen ihm der Nachbar hat einen Schabernack thun wollen.

Quellen: