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Die Wunderkuh

Auf Klausthal war ein Mann, der hatte eine Kuh, die war 200 Fuß lang und 50 Fuß hoch; 80 Fuß lang waren ihre Hörner, Alles nach der großen preußischen Maß. Dreißig Fuhrherren hatten jeder 10 Pferde, die mußten Tag für Tag in einer großen Wanne (sie war von 100 Meistern gemacht, von denen hatte jeder 10 Gesellen, und hatte 80,000 Reichsthaler gekostet) die Milch nach dem Butterfasse fahren. Das hatte 90,000 Reichsthaler gekostet. 50 Dienstmägde mußten täglich die Kuh milchen. 100 Maß Milch gab die Kuh bei jedem Milchen. Davon wurden 300 Pfund Butter gemacht, die mußten die Fuhrherren täglich nach Paris, Berlin, Wien. Bremen, Leipzig und allen sonstigen großen Städten fahren. Sie hatten Pferde, die fuhren in einem Tage vom Klausthal nach Paris und wieder zurück. Für jedes Pfund Butter haben sie 5 Louisdor bekommen, so echt war die Butter, und die Pferde waren auf dem Rückwege so schwer mit Geld beladen als auf dem Hinwege mit Butter. Die Butter war aber so gesucht, daß der Mann, dem die Kuh gehörte, allemal den vierten Tag eitel Brot essen mußte. Dafür kaufte er sich wöchentlich ein Schwein von 4000 Pfund. Davon hielt er sieben Frühstücke, und zuletzt starb er vor Hunger.

Quellen: