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Ein Zimmermeister hatte zur Winterszeit Zimmerleute im Walde, um Bauholz hauen zu lassen. Eines Tages hatte er die Gesellen im Walde besucht, um ihnen die Arbeit anzuweisen. Gegen Abend ging er wieder nach Hause. Da führte ihn sein Weg über einen Kohlungsplatz, und er sah mitten auf dem Platze, mitten im Schnee, einen hellen Schein. Ei, dachte er, was hat denn das zu bedeuten? und ging darauf zu. Was fand er? Mitten im Schnee einen ganzen Haufen Glühwürmer. I, dachte er, das ist doch wunderlich. Glühwürmer im Winter, und mitten im Schnee, und auf dem Harze; das glaubt dir doch auch Niemand, wenn du es erzählst; da mußt du doch ein paar davon mitnehmen zum Wahrzeichen.
Er zog also seine blecherne Tabacksdose aus der Tasche und legte einige von den Glühwürmern hinein. Zu Hause erzählte er seiner Frau was er gesehen, und wie er zur Bekräftigung seine Tabacksdose öffnete, fanden sich statt der Glühwürmer Goldstücke. Am andern Tage ging der Zimmermeister wieder in den Wald nach den Glühwürmern, hat aber keine gefunden.
Quelle: Sagen des Ober-Harzes und der Gegend von Harzburg und Goslar bis zur Grafschaft Hohenstein und bis Nordhausen, gesammelt und mit Anmerkungen herausgegeben von Dr. Heinrich Pröhle., 1853, Brockhaus Leipzig;