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Das Gespenst mit der Mütze

Aus Klausthal war ein Mädchen, die mußte bei einem Spiel vom Gottesacker aus dem Gewölbe einen Hut wegholen. Auf dem Kirchentritt saß auch ein Mann, der hatte eine weiße Strohmütze auf, die nahm sie ihm auch weg. Den Hut trug sie in derselben Nacht wieder hin, die Mütze behielt sie. In der nächsten Nacht rief es immerfort von Elf bis Zwölf vor ihrem Hause: »Hannemargrethe, meine Mütze!« So ging es drei Nächte lang. Nun sprach sie zur Geistlichkeit und die sagte, sie müsse dem Manne die Mütze wieder aufsetzen an der Stelle, wo sie dieselbe weggenommen. Die Pastoren gingen selbst mit, als aber das Mädchen dem Gespenst die Mütze aufsetzte, bekam sie von dem Männlein eine Ohrfeige, daß sie todt niederfiel.

Aehnlich wird in Wildemann von einem Mädchen erzählt, das spät aus der Spinnstube heimgekehrt sei. Als sie über den Gottesacker ging, stand da eine weiße Gestalt und hatte nach Landessitte ein Tuch um den Kopf gewunden. Sie glaubte, es sei ihre Kameradin, lief rasch hin, riß ihr das Kopftuch ab und sprang davon, mußte aber auch diesen Muthwillen mit dem Leben büßen.

Quellen: