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Wie der Teufel mit einem Freimaurer durch die Luft karrte

  Mündlich aus Demmin

Früher, als der Teufel noch auf der Erde wandelte, kam er auch einst nach Demmin, nahm sich von einem Hose eine Schubkarre und fuhr dann damit den Strom entlang, immer mit dem Dampfer in die Wette, bis zur nächsten Stadt. Hier ließ er die Karre auf dem Wasser stehen, stieg ans Land und lenkte in die Straße hinein, dem Hause eines Freimaurers zu, um denselben zur Hölle zu holen.

Der Freimaurer wußte, daß seine Zeit gekommen war, und saß mit einem guten Freunde zusammen, um den Abschiedstrunk zu trinken. Als nun der Teufel die Thüre öffnete, winkte er dem Freimaurer verstohlen zu, er möge sich bereit machen; denn er wollte kein Aufsehen von der Sache machen. Dem Manne kam jedoch ein Grausen an vor dem Schicksal, das seiner wartete, und er that deshalb, als habe er nichts gesehen.

Da ward der Teufel ärgerlich. Er eilte hinzu, erwischte den Freimaurer bei den Füßen und schlug ihn mit solcher Gewalt gegen die Wand, daß das Gehirn in der Stube umherspritzte. Dann nahm er den Leichnam, trug ihn zum Flusse, warf ihn in die Karre und karrte damit durch die Luft davon, über die Peene weg.

Unter ihm fuhr wieder ein Dampfer, und als die Insassen desselben merkten, daß es der Teufel sei, der da oben fahre, und daß er sich nur eineu Freimaurer geholt habe, da erhoben sie ein schallendes Gelächter. Das verdroß den Bösen. Zornig ließ er die Karre in den Fluß hinabfallen, nahm den Leichnam in seine Klauen und flog mit ihm eiligst der Hölle zu.

Quelle: Volkssagen aus Pommern und Rügen, Ulrich Jahn, Stettin, Verlag von H. Dannenber, 1886