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Die Hexenmütze und der Kreuzdornstock

  Temme, Volkssagen. Nr. 249

In der Stadt Grimmen gab es früher viele Hexen, wie ja die Stadt auch jetzt noch in dem Rufe der Hexerei steht. Einstmals sollten daselbst zwei Hexen zu gleicher Zeit verbrannt werden. Die eine davon starb bald, die andere aber konnte gar nicht zu Tode kommen; denn das Feuer des Scheiterhaufens wandte sich immer von ihr ab, anstatt sie zu ergreifen. Da kam ein Mann mit einem Kreuzdornstock herbei. Mit dem stieß er der Hexe, welche Maria Krüger hieß, eine schwarze Mütze vom Kopfe, die man ihr gelassen hatte. Mit einem Male flog ein schwarzer Rabe von ihr, und nun verbrannte sie augenblicklich.

Quelle: Volkssagen aus Pommern und Rügen, Ulrich Jahn, Stettin, Verlag von H. Dannenber, 1886