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Hackelbergs Hunde zerreißen eine Frau

  Mündlich aus Sievertshagen, Kreis Grimmen

Ein Mann ging des Abends dem Walde zu, als plötzlich der Hackelberg (Hâkelbârch) aus ihn los kam und ihm befahl, seine beiden großen, schwarzen Hunde zu halteu. Der Bauer ging darauf eilt, denn er wußte, daß er selbst getödtet würde, wenn er sich dem Hackelberg widersetzte. Nachdem er die Koppelkette in die Hand genommen, fragte ihn der wilde Jäger, ob er nicht einer Frau begegnet wäre. Der Bauer bejahte dies, gab auch die Richtung an, in der sie ihren Weg genommen, und der Hackelberg machte sich eilends an ihre Verfolgung.

Es dauerte nicht lange, so brachte er die Frau lebend zurück, und zwar hatte er sie fest an das Pferd gebunden. Als er bei dem Manne ankam, forderte er ihn auf, sich zur Belohnung zwischen den Vorderfüßen des Pferdes etwas aufzunehmen. Der Mann meinte jedoch, er brauche für das Hundehalten keine Belohnung. Das war der Hackelberg schließlich auch zufrieden, bedankte sich schon, nahm seine Hunde wieder an sich und ritt in den Wald hinein. Der Bauer folgte in der Ferne nach und, als er mitten in dem Forst war, sah er die Leiche der gefangenen Frau, von den Hunden des Hackelberg ganz in Stücke zerrissen, auf dem Erdboden liegen.

Quelle: Volkssagen aus Pommern und Rügen, Ulrich Jahn, Stettin, Verlag von H. Dannenber, 1886