<<< vorherige Sage | Hessische Sagen | nächste Sage >>>

Ritt nach Heidelberg

In Heidelberg lebte ein Diener eines Doktors der Gottesgelehrtheit, der bat einst seinen Herrn um die Erlaubniß, nach Hause zu gehn und seine Aeltern zu besuchen. Als er wieder zu seinem Herrn zurückkehren wollte, begegnete ihm unfern von Heidelberg ein Reiter auf einem hohen, großen Pferde, der faßte den Mann und hob ihn, ehe derselbe sich's versah, zu sich auf das Pferd. Aengstlich suchte der Mann sich dort an den Reiter anzuklammern und sich an ihm festzuhalten, damit er nicht falle, doch da war der Reiter plötzlich verschwunden und das Pferd stob mit ihm durch die Luft dahin, daß ihm Hören und Sehen verging. Endlich wurde er hart an der Stadt bei der Brücke auf die Erde geworfen, worüber er so sehr erschrocken, daß er etliche Stunden ohne Besinnung da gelegen, dann hat er sich zusammengerafft und ist in die Stadt und zu seines Herrn Haus gegangen, wo er über ein halb Jahr lang krank gelegen hat.

Quellen: