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Das steinerne Bild zu Konradsdorf

Im alten Nonnenhaus zu Konradsdorf ist eine tiefe Nische in der Mauer und auf der anderen Seite, ihr gegenüber steht das Bild einer Nonne mit zwei Kindlein. Damit hat es folgende Bewandtnis. Als Konradsdorf noch ein Frauenkloster war, lebte in einem benachbarten Ort ein junges und schönes Mädchen, welches einen Geliebten hatte, den es gern geheiratet hätte. Die Verwandten gaben dies aber nicht zu und steckten sie heimlich in das Kloster. Nachdem ihr Geliebter sie lange und vergeblich gesucht hatte, erfuhr er endlich ihren Aufenthalt und wusste sich Mittel zu verschaffen, in stillen Abendstunden mit ihr zusammenzukommen. Da wurde sie Mutter und gebar zwei Kinder. Als so ihr Geheimnis offenbart wurde, sollte sie zur Strafe von ihren Kindern getrennt und eingemauert werden. Sie bat aber, man möge doch ihre Kinder bei ihr lassen und so wurde sie mit denselben in der großen Nische eingemauert und auf der anderen Seite ihr und ihrer Kinder Bild in Stein ausgehauen aufgestellt.

Quellen: