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Schätze auf dem Tannenberg

Ein Bauer aus Seeheim ging auf den Tannenberg, um Holz zu holen und traf einen alten Stock, der ihm am ersten Tage reichlich lieferte. Als er am folgenden Morgen wieder an demselben hackte, fand er plötzlich eine Röhre, die sehr schön gearbeitet war, gerade wie eine Stuckarbeit, und in derselben lag ein Regenmohr. Er warf das Tier hinaus in den Wallgraben, aber ehe er sich versah, war es wieder in der Röhre. Darüber ärgerlich schmiss er es abermals heraus, aber im selben Augenblick saß es auch wieder da, und. So ging es ihm wohl fünfzigmal hintereinander, sodass er dessen müde heimging. Am anderen Morgen trieb ihn die Neugier herauf, um zu sehen, ob das Tier noch da sei. Es war aber verschwunden und er griff darum rüstig zur Axt und schlug an dem alten Stock weiter. Doch da flog ihm eine Wespe um den Kopf herum und ließ ihm keine Ruhe, wie oft er auch nach ihr schlug, sodass er wohl merkte, es sei nicht geheuer an dem Ort und ein Schatz müsse da vergraben sein. Als die Wespe ihn endlich zu sehr belästigte, schlug er mit einem kräftigen Fluch nach ihr und da war sie verschwunden, aber auch die Röhre war weg und keine Spur mehr sichtbar, wo sie gewesen.

Zwei Buben weideten ihre Ochsen in der Nähe der Burg gegen Seeheim hin, vor der dicken Mauer außerhalb des Vorhofes. Da sprach einer zum anderen: »Du sag, hier ist der Keller, wo all der Wein in seiner Haut liegt und die Schätze stecken. Wollen wir einmal hier graben?«

Im selben Augenblick tat es einen gräulichen Schlag, es rollte gerade wie Donner in der Erde und die Ochsen brachen ein, sodass sie nur mit Mühe wieder herausgezogen werden konnten.

Quellen: