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Die Totenkirche bei Meiches

Eine gute Viertelstunde südlich von Meiches steht auf dem Berg unmittelbar am Wald eine Totenkirche auf dem Friedhof. Seit undenklichen Zeiten wird hierhin gewallfahrtet und jährlich am zweiten Pfingsttag mittags um 12 Uhr ein zahlreich besuchter Gottesdienst abgehalten. Neben dem östlichen Eingang zur Kirche steht ein alter schöner Taufstein, auf dem ein Kruzifix, Sankt Georg und ein fünfstrahliger Stern mit einem Eichelzweig ausgehauen sind. In dem Taufstein findet man, obgleich er durch Feuer in zwei Stücke sprang, das ganze Jahr hindurch Wasser, welches als ein besonderes Heilmittel bei Augenkrankheiten gilt.

Wenn sonst der Schullehrer abends um 8 Uhr läuten musste, so brauchte er nicht den weiten Weg vom Dorf zu der Totenkirche zu machen, sondern er ging nur vor den Ort und griff an einen Pfahl, dann fing es von selbst an zu läuten. Einst kam er auch dahin und riss den Pfahl aus, da hörte es plötzlich auf zu läuten. Als er nun zu der Totenkirche ging, setzte sich etwas auf seinen Arm, worüber er in großen Schrecken geriet und den Pfahl wieder einsteckte.

Als in vorigen Zeiten einmal die Meicheser die Glocken der Totenkirche zum Dorf bringen wollten, kamen nachts die Engel und trugen sie wieder in die Totenkirche zurück.

Quellen: