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Die wandernde Laterne

Ein Mann aus Jugenheim kam mit einem zweispännigen Wagen des Wegs von Darmstadt über Seeheim daher. Als er in einem Hohlweg zwischen den beiden Dörfern anlangte, wollten die Pferde plötzlich nicht weiter, wie er sie auch streichelte und schlug. Endlich rief er ungeduldig: »Gott weiß, was das sein soll. Ich weiß es nicht. Der mag mir helfen, ich kann es nicht.« Da sah er von fern ein Licht, wie das einer Laterne, das kam immer näher und näher, sprang endlich mit einem tüchtigen Satz über Pferde und Wagen hinweg und setzte sich hinten auf denselben. Zugleich zogen die Pferde an und der Bauer konnte weiter. Es war ihm aber so unheimlich, dass er in einem fort betete und je mehr er betete, um so lustiger zogen und liefen die Pferde. Als er in seinem Hof ankam, sprang das Lichtchen wieder vom Wagen weg und durch das Hoftor, worauf es auf der Straße verschwand.

Quellen: