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In einem sehr alten Haus zu Erbach wohnte früher ein Geist, welcher Schlapper genannt wurde. Er schlappte geräuschvoll die Treppen auf und ab und klapperte an den Türklinken. Er hat sich nie in menschlicher Gestalt gezeigt, wohl aber haben ihn die Hausbewohner zu wiederholten Malen nachts in der Küche alles durcheinander werfen hören, obgleich man morgens nichts außer seinem Platz fand und in der Gestalt eines schwarzen Katers Waschschüsseln aussaufen sehen. Ein junger Arzt, der in dem Haus wohnte und einen Fremden bei sich hatte, wachte nachts darüber auf, als ihn dieser mehrmals beim Namen rief. Als er ihn fragte, was er wolle, antwortete der, ob er denn noch nicht bald fertig mit dem Anziehen sei.
»Ich bin ja noch nicht aus dem Bett gekommen«, erwiderte der Arzt.
Da erzählte ihm der Fremde, dass seit einer halben Stunde eine Gestalt, die er für seinen Freund gehalten hatte, geräuschvoll in dem Zimmer auf und ab gegangen sei, sodass er nicht anderes geglaubt habe, als dass er zu einem Kranken verlangt werde und sich im Auf und Abgehen anziehe. Als er seinen Freund beim Namen gerufen habe und der aufgewacht sei, wäre die Gestalt augenblicklich verschwunden.
Quellen: