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Zu Oberkainsbach fährt der Rodensteiner alljährlich durch die Scheune eines Bauern. An Tage müssen beide Tore für ihn weit offen gelassen werden, denn wider allen Gebrauch hat die Scheune zwei Tore, die sind nur des Geistes wegen einander gegenüber gebaut. Nun standen eines Tages die Knechte in der Scheune und droschen. Da kam der Rodensteiner mit Hallo, Rasseln und Peitschenknallen und fuhr durch, sodass alle innehielten und sich bekreuzigten, aber keiner sah etwas. Nur ein 7-jähriger Knabe, welcher ein Sonntagskind war, stand dabei und zog in einem fort das Käpplein ab, als ob es vornehme Leute grüßte. Als das Spektakel vorbei war, fragten die anderen, worum er dies getan habe? Darauf antwortete der Knabe: »Habt ihr denn nicht die vielen schönen und vornehmen Herren gesehen, die in der Kutsche saßen und so freundlich grüßten?«
Quellen: