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S. Hasche, Beschr. v. Dresden Bd. I. S. 369. Abgeb. b. Hilscher, Dresdner Elbbrücke, Titelk. u. b. Schäfer Bd. I. S. 191 etc.
Früher stand in der Moritzstraße unten quer vor ein Haus, über dessen Thüre in Stein gehauen zu sehen war ein Mann, der auf Händen und Füßen kroch; auf diesem saß ein junges, schönes Frauenzimmer, welche ihn durch einen ihm in den Mund gelegten Zaum lenkte und vermittelst einer Karbatsche antrieb. Es ist dies die bekannte mittelalterliche Geschichte vom Philosophen Aristoteles, die man sehr oft auf Elfenbein- und Holzschnitzwerken abgebildet findet.1) Bei Erneuerung des (Kreyßig’schen) Hauses (gr. Schießg.) Nr. 10 ward es abgebrochen und über den Eingang in den Voglerschen (v. Reibold’schen), jetzt mit Häusern bebauten Garten an der linken Ecke der Großen und Kleinen Ziegelgasse aufgestellt. Dieses Bild nannte man das Weiberregiment, allein seit 1756 ist es von da auch weggekommen, wohin, weiß man nicht.
Quelle: Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. Schönfeld, Dresden 1874