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Das Irrlicht beim Klietschenborn

  verschiedene Nehesdorfer Einwohner,
  Sagensammlung von M. Rothe

Aus alten Aufzeichnungen des Anderthalbhüfners Karl Tosch aus Nehesdorf ist folgende alte Überlieferung bis in unsere Zeit erhalten geblieben:

Ging man früher mal in den lauen Sommermonaten des Abends den alten Weg von Nehesdorf nach Schacksdorf zu, dann konnte man in der Nähe des Klietschenbornes und der Klietschwiesen hin und wieder ein helles blaues licht sehen. Rief man es an, weil man dachte, daß da ein anderer vor einem ging, so kam es etwas auf den nächtlichen Wanderer zu und blieb in einer gewissen Entfernung stehen. Ging der Wanderer dann auf das Licht zu, so ging es zurück. Es ließ sich nicht einholen. Aber der Wanderer mußte aufpassen, wohin er seine Schritte setzte, denn dieses Licht war ein Irrlicht. Es lockte seine Opfer in die sumpfigen Stellen der Klietschwiesen, dorthin wo zahlreiche kleine Quellen sprudelten. Aber viele Menschen merkten recht schnell was das Irrlicht mit ihnen vorhatte und versuchten demzufolge wieder schnell den sicheren Weg zu erreichen.

Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 2019. Nr. 12