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Sagensammlung von M. Rothe
In einer Chronik von Kostebrau fand ich eine Geschichte, welche dort als wahr geschildert wurde: Erlebnis des Oswald Thielemann anno 1874, am 27. Januar: „Früh um ½ 6 ging ich zur Arbeit nach Lauchhammer. Es herrschte eine furchtbare Finsternis und ich hatte keine Laterne mit. Als ich über Kettners Heideplan war, ging am Berge eine Laterne vor mir, welche ich nicht erreichen konnte. Ich schritt mit immer rascherem Schritt nach und kam nicht näher, ich schrie gewaltig, er möchte mich doch mitnehmen und warten. Derselbe ging seinen Strich vor mir her, ich fluchte, aber keine Antwort und nichts. So führte mich das rötlich scheinende Laternchen vom Wege in ein Dickichtholz, ich immer nach, dann war es urplötzlich verschwunden und ich stand auf einem freien Platz, ringsum Holz. Da kam ein großes Unwetter, Blitz und Schlag, so daß ich immer in hellem Feuer stand. Um mich herum ein Schnee- und Hagelwetter, welches mir bald das Gesicht und die Hände zerschlug. Ich schrie aus vollem Halse nach Hilfe, ob ein Kollege in der Nähe war, alles vergebens. Jetzt hatten sich Sturm, Blitz und Donner etwas gelegt, ich war durch und durch naß. Wo ich war, wußte ich auch nicht.
Als ich dann ein paar Schritte im Dickicht gehe, geht vor mir, ruhig wie zuvor, dasselbe Licht. Ich folgte ruhig nach. Auf einmal war das Licht weg, das Holz alle und nach 200 Schritt war ich wieder in Kostebrau. Das ist die reine Wahrheit.“
So ein wortwörtlicher Bericht von Oswald Thielemann.
Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 2019. Nr. 8