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Sagensammlung von M. Rothe Info durch Fr. K. Terne, Finsterwalde, vergl. Fw HKL, T. 1, H. 29, JEH 2001 für 2002,
Unser Dorfbach „Die Bache“ hatte einstmals sieben Quellen, doch heutzutage sind es nur noch drei. Dort, wo sich diese sieben Quellen befanden, da spukt es. Dort treibt der dreibeinige Hammel sein Unwesen.
Früher, als noch viele Lugauer ihr Wasser von den Quellen holten, besonders wurde dieses Wasser gern als Osterwasser geholt, oder auf den umliegenden Wiesen arbeiteten, wurden diese Bürger von den an diesen Quellen herumspukenden dreibeinigen Hammel sehr stark erschreckt. Der dreibeinige Hammel sprang sie an, verfolgte sie, ja sogar als Aufhucker soll er bekannt geworden sein. Ganz schlimm soll es manchmal den am Abend heimkehrenden Fuhrleuten ergangen sein, die dort an den Quellen und seinem Graben vorbeikamen, um nach des Tages schwerer Arbeit ihre Pferde noch einmal an dem frischen, klaren und weichen Wasser zu tränken.
Das waren alles Dinge, die dazu führten, daß sich bald kaum noch jemand traute, allein zu diesen Quellen zu gehen. Auch sollen früher dort in den zeitigen Abendstunden der lauen Sommernächte des öfteren Irrlichter gesehen worden sein.
Mit der Zeit sprudelten die Quellen nicht mehr so stark. Nur drei Quellen, mit ganz wenig Wasser sind heute noch übrig geblieben. Die Wiesen sind längst nicht mehr sumpfig. Doch bei großen Teilen der Bevölkerung hält sich immer noch die Angst vor dem dreibeinigen Hammel.
Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 2019. Nr. 5