<<< zurück | Einst spukte es in unserer Region | weiter >>>

Der Dornstrauch mit der alten Föhre

 Sagensammlung von M. Rothe

Ein uralter Weg führte einstmals vom Schacksdorfer Weg an der Klietschwiese vorbei bis weit nach Mittag1) bis zum alten Töpperweg. Auf dem ersten Drittel des Weges kreuzte er einen von der Nehesdorfer Hintermühle kommenden Weg, der einstmals nach Lichterfeld führte. An der Kreuzung dieser alten Wege, die Stelle trug im Volksmund die Bezeichnung „Dornstrauch“, stand eine uralte, vom Wind bereits schief gedrückte, große Föhre, umgeben vom Dornengesträuch der Wilden Rose. Abends jedoch traute sich keiner dort vorbei, denn es hieß, daß es dort spukte. Ob es nun die Seelen der verstorbenen Einwohner des ehemalige kleinen uralten Dorfes waren, welche einstmals in unmittelbarer Nähe des Dornstrauches mit der alten Föhre existierte, oder ob gar der Dornstrauch der Überrest des Friedhofes des einstigen uralten Dörfchens war, keiner wußte, woher der nächtliche Spuk kam.

Einige Menschen behaupteten sogar, daß sich dort das allseits bekannte und von allen gefürchtete weiße Bläk herumtrieb, was sich oft des Abends zeigte und manchmal den Bauern, Knechten oder Mägden auf den Rücken sprang. Durch diesen Schreck waren die Betroffenen manchmal bis zu 3 Tagen krank oder gelähmt.

Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 2019. Nr. 3


1)
nach Mittag: also nach Süden