<<< zurück | Die Luttchen im Altkreisgebiet Finsterwalde | weiter >>>
Sagensammlung von M. Rothe
Geht man guten Schrittes eine dreiviertel Stunde von Werenzhain nach Abend zu, dann kommt man im Wald an eine Stelle, da gibt es viele kleinere und größere Sandberge. Der Volksmund sagt von dieser Stelle, daß dort einstmals die Luttchen gewohnt hätten. Die Luttchen, das waren kleine Menschen, die dort unter der Erde ihre Behausungen gehabt hätten. Sie taten den Bewohnern von Werenzhain nichts, hatten aber im Allgemeinen auch keinen sonstigen Kontakt mit ihnen. Nur wenn sich mal abends ein Bauer mit seinem Fuhrwerk in den zum Teil losen Sandbergen festgefahren hatte, halfen sie diesem wieder auf festen Grund zu kommen. Ein kleines Säckchen mit Salz stellte dann einige Tage später der Bauer an dieser Stelle hin. Man konnte diese Stelle sehr gut erkennen, denn es lagen dort drei große aber flache Feldsteine und ein Feldstein stand dahinter aufrecht. Die Bauern bezeichneten diese Stelle mit „Luttchentisch“. Als dann später die Glocken der Werenzhainer Kirche zu läuten anfingen, sind die Luttchen verschwunden. Es wurde gemunkelt, daß sie das Läuten der Glocken nicht vertrugen und deshalb tief in den großen Doberluger Wald hineinzogen.
Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 2018. Nr. 14