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Der Mordwall bei Presehna

  Sagensammlung von M. Rothe

Geht man von Birkwalde (alter Ortsname Presehna) den Weg in Richtung Babben, dann kommt man nach etwa 1500 Schritt an eine etwa 5 Schritt breite aufgeschüttete Wallanlage. Auf beiden Seiten des Walles ist noch ein Graben zu erkennen, der das Erdreich für den aufgeschütteten Wall lieferte. Solche mittelalterlichen Wallanlagen dienten dazu, das Dorf vor feindlichen Überfällen zu schützen. Diese Wallanlagen waren einstmals mit allerlei dornengespickten Sträuchern, wie Schlehdorn, aber auch mit Brombeeren, wilden Rosen u. v. a. m. bepflanzt, und so war an diesen Stellen kein Durchkommen. Der Volksmund berichtet dazu, daß einstmals an einer Stelle des Walles ein Mord geschehen sein soll, und deshalb tragt diese Langwallanlage den Begriff „Mordwall„

Andere wiederum erzählen, daß zu Zeiten des 30jährigen Krieges sich dort in der Nähe Einwohner des Dorfes Presehna versteckten. Beim Wasserholen von der sich nicht allzu weit nach Mitternacht zu entfernten Quelle wurde ein Bauer von den fremden Soldaten überrascht und gefesselt. Da er bei den schrecklichen Torturen, die er als Gefangener der Soldateska über sich ergehen lassen mußte, nichts verraten wollte, wurde er einfach aufgespießt und verstarb daran.

Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 2020. Nr. 1