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Sagensammlung von M. Rothe
Es soll zur Zeit der Herren von Gorenzen auf Finsterwalde gesessen, folgendes passiert sein. Die von Gorenzen auf Finsterwalde waren als Raubritter weithin bekannt und gefürchtet, und die Burg Finsterwalde wurde belagert. Die von Gorenzen mußten die Burg Finsterwalde verkaufen und verlassen.
Jahre später. Es soll in einer stürmischen Nacht ein Ritter am Burgtor von der Finsterwalder Burg Einlaß verlangt haben. Als der Burgwart Konrad nach einigem Zögern das Tor öffnete, stand ein alter von Gorenzen davor.
Er hatte vor Jahren bei einem Überfall auf der Dresdener Straße im Königlichen einen Kaufmann überfallen, mitgenommen und ihn in einen unterirdischen Gang des Schlosses eingesperrt, um später ein gutes Lösegeld einzustreichen.
Der vor dem Tore stehende Ritter von Gorenzen hatte an diesem Tage an einer Jagd des Kurfürsten teilgenommen. Auf der Jagd brach dann plötzlich ein großes Unwetter los und es regnete in Strömen, blitzte und donnerte. Da mußte der alte Ritter urplötzlich wieder an seine Schandtat mit dem damaligen Gefangenen im unterirdischen Gang von seiner damaligen Finsterwalder Burg denken. Bei solchem Wetter führte die Schaacke immer viel Wasser und so ertrank damals der gefangene Kaufmann.
Nun kam die ganze verbrecherische Sache von damals ans Tageslicht und dieser Ritter von Gorenzen, der vor dem Tore stand, wurde zur großen Strafe von dem neuen Finsterwalder Burgherrn mit einem lebenslangen Fluch belegt.
Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 2021. Nr. 7