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Edmund Veckenstedt: Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche
Ein alter Mann aus einem Dorfe bei Calau hatte ein Zauberbuch. Einst hatte er sein Zauberbuch verloren, die Altenauer Hütejungen aber hatten es gefunden. Die Jungen waren neugierig, was in dem Buche stand. Sie setzten sich in einen Kreis herum und fingen an, darin zu lesen. Sie hatten aber noch nicht weit gelesen, so wurde der Himmel ganz schwarz, denn eine Menge Elstern, Raben und Krähen kamen durch die Luft herangeflogen, ja als sie weiter lasen, kamen auch Hasen, Eulen und eine Menge seltsamer Thiere, wie sie vorher noch niemand von ihnen gesehen hatte. Alles Getier gingen auf die Hütejungen los und wollten sie umbringen. Auf einmal stand der, welchem das Zauberbuch gehörte, vor den Jungen und sprach: „Was Teufel beginnt ihr da, ihr habt was Schönes angerichtet, gebt das Buch her, ich werde Alles vertreiben.“ Darauf nahm er das Buch und las darin rückwärts. Nach einiger Zeit verschwand Alles wieder.
Quellen: